Chrom oder Edelstahl?

Chrom oder Edelstahl – worin besteht der Unterschied?

Was Verbraucher an Edelstahl oder Chrom gleichermaßen schätzen, sind die glänzenden Oberflächen. Gerade im Automobilbereich ist Chrom sehr beliebt. Allerdings unterscheiden sich Chrom und Edelstahl deutlich. Wir zeigen Ihnen hier, worin der Unterschied zwischen diesen Werkstoffen besteht.
 

Chrom ist Bestandteil von Edelstahl

Hochwertiger V2A-Edelstahl enthält 17 bis 19 Prozent Chrom. Dieses Material sorgt als Stahllegierung dafür, dass Ihre Edelstahlrohre oder andere Bauteile aus Edelstahl korrosionsbeständig sind. Chrom wird heute meist aus dem Mineral Chromit gewonnen und spielt bei der Edelstahlherstellung eine wichtige Rolle. Wenn also von „Chrom“ als einzelnem Element gesprochen wird, ist es immer ein Bestandteil von korrosionsbeständigem Edelstahl mit hoher Güte.
 

Verchromung als Oberflächenbehandlung von Metallen

Chrom wird gerne verwendet, um Oberflächen von Metallen zu veredeln. Sie kennen Chrom sicherlich von Ihren Armaturen im Badezimmer. Diese bestehen nämlich häufig aus verchromtem Messing. Durch den Auftrag von Chrom soll das ursprüngliche Material nicht nur vor Korrosion und Beschädigungen geschützt werden, sondern es erhält eine schöne, glänzende Optik, welche die darunterliegende Nickelschicht erzeugt. Eine Verchromung hat gerade in hygienesensiblen Bereichen den Vorteil, dass diese Oberflächen sehr einfach gereinigt werden können und Bakterien oder Verschmutzungen nicht lange daran haften bleiben.
 

Worin besteht genau der Unterschied zwischen Chrom und Edelstahl?

Wenn von Verbrauchern von „Chrom“ gesprochen wird, geht es dabei meist um die Oberflächenbehandlung. Diese „Chromoberfläche“ kann im Grunde auf jede beliebige Metalloberfläche aufgetragen werden, zum Beispiel auf unlegierten Stahl, auf Aluminium oder sogar Kupfer. Wird Chrom somit mit Edelstahl verglichen, vergleichen Sie demnach meist eine Oberflächenveredelung mit einem legierten Stahl.
 

Verchromter Edelstahl und polierter Edelstahl

Im Automobilbereich kommt heute häufig verchromter Edelstahl zum Einsatz. Dieser Werkstoff bringt alle Vorzüge des Edelstahls mit sich wie Korrosionsbeständigkeit und hohe Stabilität. Gleichzeitig wird die Oberfläche durch die Chromschicht sehr homogen und die Korrosionsbeständigkeit nochmals erhöht. Kommt es allerdings zu Kratzern oder Schrammen auf der Chromfläche, ist die Ausbesserung dieser „Macken“ aufwändiger als bei poliertem Edelstahl. Denn der reine Stahl ohne Chromschicht kann mit vergleichsweise geringerem Aufwand wieder instandgesetzt werden.

Allerdings erfordert das Polieren von Werkstücken aus Edelstahl viel Arbeitszeit, die bei einer Verchromung geringer ist. Doch gerade bei größeren Werkstücken aus Edelstahl kann Polieren die einzige Möglichkeit sein, um das Material zum Glänzen zu bringen. Gerade die großen Werkstücke lassen sich oftmals nicht leitfähig machen, was aber eine unabdingbare Voraussetzung für eine Verchromung bzw. Galvanisierung ist.
 

Wie funktioniert eine Verchromung?

Das Verchromen von Edelstahl ist ein relativ komplexer Vorgang. Es wird auch Galvanisierung genannt. Je nach Dicke der Schicht wird zwischen Hartverchromung (zur Verbesserung der Materialeigenschaften) und Zierverchromung unterschieden.

Zunächst muss das Ausgangsmaterial komplett in einem elektrolytischen Verfahren entfettet und in einem Bad gespült werden. Da die Chromschicht sehr dünn ist, dürfen keine Rückstände auf der Oberfläche zu finden sein, die zum Beispiel durch das Schleifen oder Polieren entstehen. Diese Rückstände würden sonst sofort auf der Chromoberfläche sichtbar werden.

Nach diesem ersten Durchgang wird meist eine dünne Nickelschicht auf den Edelstahl aufgetragen, damit das Chrom besser haften kann. Der Edelstahl wird danach in eine Metallsalzlösung gehängt. Er bildet dann die Kathode, also den negativ geladenen Teil einer Elektrode. In einem anderen Becken befindet sich das Chrom in einem positiv geladenen Bad. Sobald zwischen diesen Polen eine Spannung aufgebaut wird, setzt sich das Material auf dem Edelstahl ab. Dieser Vorgang wird auch Abscheidung genannt.

Je nach gewünschter Dicke der Verchromung wird dieser Vorgang mehrfach wiederholt. Im Gegensatz zur Zierverchromung ist die Hartverchromung meist etwas gräulich.
 

Wo kommt verchromter Edelstahl zum Einsatz?

Eine Chrombeschichtung für Edelstahlbauteile wird meist für Zierelemente an Autos oder Trucks eingesetzt. So gibt es zum Beispiel verchromte Edelstahl-Auspuffe oder Kühlergrills mit Chromschicht.

Für Verbraucher ist es grundsätzlich wichtig zu prüfen, ob tatsächlich Edelstahl verchromt wurde. Denn nur dann ist sichergestellt, dass das Metall auch korrosionsbeständig und überwiegend rostfrei ist. Das gilt zum Beispiel für Grillroste, die aus herkömmlichem, aber verchromtem Stahl bestehen. Blättert die Chromschicht hier ab, dauert es nicht lange, bis sich Rost bildet.
 

Reiner Edelstahl ohne Verchromung

Alle Edelstahlprodukte, die Sie bei uns im Shop kaufen können, sind nicht verchromt. Dadurch profitieren Sie von einer einfacheren Weiterverarbeitung und von einer durchgängig hohen Materialqualität. Zeigt Ihr Edelstahlgeländer nach einigen Jahren ein paar Macken oder ist es etwas matt, müssen Sie den Werkstoff lediglich polieren und schon tritt der für Edelstahl typische Glanz wieder zutage.