Kann ich Edelstahl lackieren?

Edelstahl hat von sich aus eine silber-chromfarbene Oberfläche. Diese Eigenschaft wird von vielen Verbrauchern geschätzt. Denn auch ohne Lack sieht Edelstahl immer schick und sauber aus. Wer seine Edelstahlrohre oder andere Bauteile dennoch in der Wunschfarbe gestalten möchte, kann Edelstahl natürlich auch lackieren. Was dabei zu beachten ist, erfahren Sie hier.
 

Edelstahllackierung erfordert Vorbereitung des Materials

Edelstahl lackieren
Foto: Edelstahl-Rohr mit Spraydose lackieren

Eine besondere Eigenschaft von Edelstahl besteht darin, dass es sich um legiertes Material handelt. Entsprechend besteht Edelstahl nicht einfach nur aus Stahl, sondern enthält zusätzliche Elemente wie Chrom oder Nickel. Diese Legierungen sorgen dafür, dass Edelstahloberflächen nicht einfach ohne große Vorbereitung eingefärbt werden können wie zum Beispiel Holz. Denn der Lack würde nicht auf der Oberfläche haften. Selbst wenn Sie sich für eine herkömmliche Grundierung entscheiden, würde diese nicht für den späteren Lackauftrag ausreichen.
 

Was Sie zum Lackieren von Edelstahl benötigen


Für das Lackieren eines Edelstahl-Werkstücks benötigen Sie:
 
  • Schleifpapier mit 120er- bis 400er-Körnung
  • Fettlöser oder Silikonreiniger
  • ein trockenes Tuch
  • ein Reinigungstuch
  • Einmalhandschuhe
  • Grundierung (am besten mit Zinkphosphat und Epoxidharz)
  • Edelstahl-Farbspray oder Edelstahl-Lack zum Auftragen mit dem Pinsel
  • optional: Klarlack
  • Lackpinsel
 

Die Vorbereitung der Edelstahloberfläche

 
  • Vor dem Abschleifen sollte die Oberfläche von Schmutz und vor allem Fett befreit werden. Hierfür können Sie Fettlöser oder Silikonreiniger verwenden. Spülen Sie Edelstahlrohre oder andere Elemente danach noch einmal gründlich mit klarem Wasser ab. Nachdem Abspülen sollten Sie das Werkstück am besten nicht mehr mit bloßen Fingern anfassen, da sonst wieder Fettrückstände und Schmutz auf der Oberfläche haften könnten. Einmalhandschuhe bieten sich hier an.
  • Die Oberfläche muss für den Auftrag der Grundierung danach angeschliffen werden. Verwenden Sie dazu Nass- oder Trockenschleifpapier mit einer Körnung von 120 bis 400. Entweder Sie schleifen die Oberflächen von Hand an oder verwenden zum Beispiel bei größeren, flachen Teilen einen Bandschleifer. Für verwinkelte Edelstahlprodukte bietet sich ein Winkelschleifer an. Fangen Sie zuerst mit einem gröberen Schleifpapier an und verwenden Sie zum Schluss die höchste Körnung. Versuchen Sie auch nach dem Schleifen, das Edelstahlprodukt nicht mehr ohne Handschuhe anzufassen.
  • Tragen Sie danach eine Grundierung auf. Empfehlenswert sind Grundierungen, die Zinkphosphat und Epoxidharz enthalten. Sie haften gut auf legierten Metallen. Verwenden Sie bestmöglich farbneutrale Grundierungen. Sie können beim späteren Lackieren dann weniger „durchscheinen“. Grundsätzlich sollte die Grundierung immer heller sein als der spätere verwendete Lack. Für den Auftrag können Sie einen Pinsel verwenden.

Wichtig: Beachten Sie die Herstellerangaben zu den Trocknungszeiten der Grundierung. Denn erst, wenn diese komplett abgetrocknet ist, können Sie mit dem Lackieren beginnen. Die Werkstücke sollten nach der Grundierung nicht mehr nass werden und möglichst frei trocknen können.
 

Die Werkstücke lackieren

 
  • Nachdem die Grundierung durchgetrocknet ist, geht es ans Lackieren. Tragen Sie am besten mehrere Lackschichten möglichst dünn auf. So sorgen Sie für eine gleichmäßige Farbschicht. Sie können an einer Stelle des Werkstücks testen, wie gut der Lack deckt. Wenn Sie den Lack mit einer Spraydose auftragen, sollten Sie den notwendigen Abstand einhalten. Lesen Sie sich dafür die Herstellerangaben durch.
  • Versuchen Sie, die lackierten Werkstücke so zu positionieren, dass die Oberflächen so wenig Kontaktfläche wie möglich haben. Glasklemmen oder Handlaufträger können zum Beispiel mit dünner Schnur zum Trocknen aufgehängt werden. Alternativ können Sie die Werkstücke auch „stückweise“ lackieren und dafür einspannen. Allerdings kann es dann zu ungleichmäßigem Farbauftrag kommen.
  • Im Nachgang lässt sich der lackierte Edelstahl noch mit Klarlack behandeln. Dadurch sorgen Sie für eine stabilere und widerstandsfähigere Farbschicht und schützen den Farbauftrag.
 

Pulverbestrahlter Edelstahl oder Lackierung?


Wie Sie gesehen haben, lässt sich Edelstahl mit gewisser Vorbereitung auch in der Wunschfarbe lackieren. Doch müssen Sie bei lackiertem Edelstahl immer damit rechnen, dass die Farbe bei Stößen oder stärkeren Witterungseinflüssen im Laufe der Zeit abplatzt. Eine noch widerstandsfähigere Lösung bietet die Pulverstrahllackierung. Allerdings sind dafür noch mehr Ausrüstung und Erfahrung notwendig. Es gibt jedoch sicherlich auch in Ihrem Ort oder Ihrer Region Anbieter, die Edelstahloberflächen für Sie pulverstrahlen können. Ob sich dieser Aufwand für einzelne Edelstahl-Bauteile lohnt, müssen Sie dann selbst abschätzen.