Edelstahl löten

Edelstahl löten – was ist zu beachten?


Edelstahlbauteile lassen sich auf unterschiedliche Weise miteinander verbinden. Edelstahl schweißen ist eine Möglichkeit. Kleinere Edelstahlteile können Sie zusammenlöten. Doch worauf ist beim Löten von Edelstahl zu achten? Wir zeigen es Ihnen.
 

Was beim Löten passiert


Durch das Löten entsteht wie beim Schweißen eine sogenannte „stoffschlüssige“ Verbindung. Das bedeutet, dass die zusammengefügten Bauteile durch Moleküle oder Atome zusammengehalten werden. Beim Löten wird die Stoffschlüssigkeit durch die Verbindung der Edelstahlbauteile über den zunächst erhitzten und danach abgekühlten Lot über die Lötnaht erzielt. Das Material der beiden Bauteile selbst wird nicht molekular miteinander verbunden. Wurde fachgerecht gelötet, lässt sich die stoffschlüssige Verbindung nur dann lösen, wenn das Verbindungsmittel zerstört wird, zum Beispiel durch Erhitzen. 
 

Hartlöten oder Weichlöten


Um Edelstahlbauteile zusammenzufügen, wird in der Praxis zwischen Weichlöten und Hartlöten unterschieden:
  • Weichlöten: Beim Weichlöten wird das Lot bei Temperaturen zwischen 180 und 250°C aufgetragen. Die molekulare Anbindung der Bauteile ist dann nicht so stabil. Weichlöten wird bei Edelstahl eingesetzt, wenn das Grundmaterial beschichtet ist.
  • Hartlöten: Bei dieser Variante wird das Lot bei mindestens 450°C aufgetragen. Dadurch entsteht eine stärkere molekulare Verbindung und die Lotnaht ist härter.
 

Edelstahl weichlöten: Was wird benötigt?


Um rostfreien Stahl zu löten, benötigen Sie einen Lötkolben, dessen Lötspitze aus Kupfer besteht. Empfehlenswert sind Lotstangen mit einer Blei-Zinn-Legierung, die mindestens 28 Prozent Zinn enthalten. Alternativ ist auch reines Zinn mit einer Schmelztemperatur von 230°C möglich. Auch Silber-Zinn-Legierungen lassen sich zum Löten von Edelstahl einsetzen. Allerdings handelt es sich bei allen diesen Varianten „nur“ um Weichlöten.

Vor dem Lötvorgang müssen die Edelstahlelemente entfettet werden. Hierfür gibt es spezielle Fettlöser. Die Entfettung ist notwendig, um die Lötfähigkeit der Oberflächen zu erhöhen. Als Fettlöser für Edelstahl eignen sich Lösungsmittel (=Lötflussmittel) auf der Basis von Phosphorsäure. Im Gegensatz zu Mitteln mit Fluoriden oder Chloriden wird die Edelstahloberfläche durch Phosphor nicht angegriffen. So kann beim Einsatz von fluor- oder chloridhaltigen Lösungsmitteln die Korrosionsbeständigkeit des Edelstahls leiden. 
Grundsätzlich gilt: Je besser Sie die Lötstelle gereinigt haben und je sauberer der Lötkolben ist, desto höher wird die Qualität der Lötnaht.
 

Praktische Tipps:

  • Verwenden Sie das Lötflussmittel sparsam.
  • Fügen Sie es nur dort auf, wo Sie später löten.
  • Reinigen Sie die Spitze des Lötkolbens, indem Sie den Kolben in das Lötflussmittel tauchen.
  • Löten Sie nur mit Lötkolben, die für das Löten von Edelstahl geeignet sind (Kupferspitze).
  • Überheizen Sie die Lötkolben nicht, sondern heizen Sie sie nur so stark auf, wie für das Lot notwendig ist.
  • Löten Sie in zwei Schritten: Tragen Sie das Lot zunächst glatt auf, um alle Risse und Lücken zu schließen. Tragen Sie die zweite Lage „geriffelt“ oder in Kreuzform auf. So wird die Lötstelle stabiler.
  • Spülen Sie die Lötstelle nach dem Löten des Edelstahls ab. So vermeiden Sie, dass Rückstände des Lötzinns Korrosion verursachen können.
  • Löten Sie größere Elemente wie Edelstahlrohre, kann es erforderlich sein, die Bauteile vorher zu vernieten.

Soll die Verbindungsstelle noch härter sein, bietet sich das Hartlöten an. Hierfür wird kein Lötkolben, sondern ein Gasbrenner benötigt. Er kann höhere Temperaturen erzielen. Wir empfehlen, Hartlöten vom Fachmann durchführen zu lassen.