Edelstahl vs. Titan

Edelstahl vs. Titan – Unterschiede und Gemeinsamkeiten


Edelstahl und Titan werden vor allem beim Schmuck und beim Uhrenkauf gerne direkt miteinander verglichen. Doch wo liegen genau die Gemeinsamkeiten und wo die Unterschiede? Was zeichnet Titan aus, was sind die Vorteile von Edelstahl und was ist Titan überhaupt? Wir gehen diesen Fragen nach.
 

Was ist Titan?

Titan ist ein Metall, das aus den Erzen „Rutil“ und „Ilminit“ gewonnen wird. Zunächst werden diese Titanerze gereinigt und danach chemisch behandelt. Daraus entsteht der sogenannte „Titanschwamm“, der anschließend gemahlen wird. Im nächsten Schritt werden die gemahlenen Erze nochmals mit Säure gereinigt. Schließlich wird die Masse unter Druck in Stangenform gepresst. Je nach Herstellung wird bei der Titanschmelze auch Titanschrott beigefügt – ähnlich wie der Edelstahlschrott bei der Herstellung von Edelstahl.

Beim Verschweißen der Titanstangen wird Argongas beigemengt. Als nächstes Produkt erhält man eine Abschmelzelektrode. Diese wird im Lichtbogenofen schließlich zu einer homogenen Titanmasse, die nochmals umgeschmolzen wird.

Nach der Herstellung hat Titan eine Dichte von ca. 4,5 kg/dm³ und zählt somit noch zu den Leichtmetallen. Dafür hat Titan hohe „Nehmerqualitäten“ und widersteht kurzfristigen Temperaturen von bis zu 1.650°C. Mit seinem hohen Wärmewiderstand ist Titan 12 Mal widerstandsfähiger als Aluminium.

Titan ist korrosionsbeständig. Allerdings wird das Material bei Temperaturen von über 300°C spröde oder brüchig, weil Titan Sauerstoff, Stickstoff und Kohlenstoff aufnimmt. Wird Titan auf über 880°C erhitzt, wandelt sich das Gefüge um. Um die Festigkeit von Titan zu erhöhen, wird es bei Wärmezufuhr umgeformt. Gleichzeitig werden Legierungen verwendet, um die Stabilität zu steigern. Denn je reiner Titan ist, desto weicher ist es. 

Durch den hohen Produktionsaufwand ist Titan teuer in der Herstellung und findet überwiegend in einer hochtechnologischen Umgebung Anwendung, z.B. in der Raumfahrt oder der Luftfahrt sowie in der Medizintechnik (z.B. Prothesen).
 

Titan vs. Edelstahl

  • Festigkeit: Titan ist ungefähr so fest wie vergüteter Stahl. Bis in einen Temperaturbereich von 200 bis knapp 600°C behält Titan seine Festigkeit bei.
  • Zugfestigkeit: Wie beim Edelstahl hängt die Zugfestigkeit von der Legierung ab. Beide Metalle habe eine ähnlich hohe Zugfestigkeit.
  • Dichte: Titan hat eine Dichte von knapp 4,5 kg/dm³. Sie ist deutlich niedriger als die Dichte von Edelstahl, die bei rund 7,9 kg/dm³ liegt. Titan ist dadurch leichter als Edelstahl.
  • Schmelztemperatur: Titan schmilzt ab 1.660°C und ist somit hitzeresistenter als Edelstahl, dessen Schmelztemperatur bei rund 1.500°C liegt.
  • Korrosionsbeständigkeit: Titan widersteht Chloridlösungen, organischen Säuren und Seewasser. Seine Korrosionsbeständigkeit entspricht demnach V4A-Edelstahl.
  • Magnetisch: Titan ist nicht magnetisch. Je nach Gefüge kann auch Edelstahl magnetisch sein.
 

Wie erkenne ich Titan?


Titan weist unterschiedliche Merkmale auf, anhand derer es zugeordnet werden kann:
 
  • Aussehen: Titan sieht ähnlich aus wie rostfreier Edelstahl.
  • Gewicht: Titan ist fast um die Hälfte leichter als Edelstahl und rund 60 Prozent schwerer als Aluminium.
  • Schleifen: Wird Titan geschliffen, entstehen weiße Funken.
  • Glasprobe: Reiben Sie Titan über ein nasses Glas, entstehen schwarze Spuren.

Hier haben wir übrigens alle Tipps zusammengestellt, wie Sie Edelstahl erkennen.
 

Titan ist zu teuer für Rohre oder herkömmliche Bauteile – Edelstahl ist dagegen perfekt geeignet

Titan zeichnet sich im Vergleich zu Edelstahl vor allem durch sein geringeres Gewicht bei ähnlich hoher Robustheit aus. Allerdings ist Titan um ein Vielfaches teurer als Edelstahl. Wer somit auf klassische Edelstahlrohre setzt, liegt beim Bauen oder Heimwerken genau richtig. Hier ist der Einsatz von Titan überhaupt nicht notwendig. 

Brauchen Sie Hilfe bei der Auswahl des richtigen Edelstahl-Produkts? Dann nehmen Sie gerne Kontakt zu uns auf!