Edelstahl Werkstoffnummern

Edelstahl Werkstoffnummern und Edelstahl Güte – was bedeuten die Zahlen?


Ob Edelstahlrohr, Schornstein oder Schraube, Verbraucher stehen beim Kauf von Edelstahlprodukten häufig vor einer verwirrenden Zahl an Bezeichnungen, Nummern oder Kürzeln. Erfahren Sie hier, was es mit den Edelstahl Werkstoffnummern auf sich hat und welche Eigenschaften die jeweilige Edelstahl Güte mit sich bringt.
 

A2 oder A4 – das kennen die meisten

Die meisten Handwerker oder Heimwerker sind mit den Bezeichnungen A2 und A4 beim Edelstahl vertraut. Schließlich werden Rohre, Schrauben oder andere Bauprodukte aus dem hochwertigen Stahl damit bezeichnet.

Doch was verbirgt sich hinter dieser Kennzeichnung? In erster Linie handelt es sich um eine Bestimmung der Edelstahlsorten bzw. der Qualität. Diese wird durch die Legierung bestimmt. Denn Stahl wird durch eine Veredelung (Legierung), bei der in der Schmelze weitere Rohstoffe hinzugeführt werden, in seinen Eigenschaften beeinflusst.

Grundsätzlich bezeichnen die Kombinationen aus Buchstaben und Zahlen die gängigsten Edelstahlgruppen. Unterscheiden lässt sich austenitischer, martensitischer und ferritischer Edelstahl.

Daraus ergibt sich folgende Tabelle, die um die Festigkeitsklasse ergänzt wurde. Je höher die Festigkeitsklasse ist, desto höheren Belastungen kann das Material standhalten. Das ist zum Beispiel für Edelstahlschrauben wichtig, die auch höhere Drehmomente aushalten müssen ohne zu brechen.

 
Edelstahlsorte
austenitischer Stahl: Chrom-Nickel- sowie Chrom-Nickel-Molybdän-Legierung
 
martensitischer Stahl: Chromanteil zwischen 10,5 und 13 Prozent, Kohlenstoffgehalt bis 1 Prozent ferritischer Stahl: Chromgehalt zwischen 12 bis 18 Prozent, Kohlenstoffanteil von weniger als 0,2 Prozent

Kürzel
 
A1, A2, A3, A4, A5 C1, C3, C4 F1

Festigkeitsklassen
 
50, 70, 80 50, 70, 80, 110 45, 60


Nun können Edelstähle zusätzlich über die Werkstoffnummer bestimmt werden.
Sie gibt genau an, auf welcher chemischen Zusammensetzung das Material beruht.

Wir haben hier eine Übersichtstabelle zusammengestellt, welche die Edelstahlgüteklasse, die Werkstoffnummer sowie die Eigenschaften des Edelstahls aufführt.

 

Edelstahlsorte 
 
Materialkürzel  Werkstoffnummern  chemische Formel Eigenschaften
austenitisch A1 1.4305
1.4300
X8 CrNiS 18-9 oder
alte Formel X10 CrNiS 18 9
nur mäßig rostbeständig und ungenügend säurebeständig, ungenügend schweißfähig
  A2 1.4301 (V2A)
1.4303
1.4306
1.4307
1.4310
1.4316
1.4318
X5 CrNi 18-10
X4 CrNi 18-12
X2 CrNi 19-11
X2 CrNi 18-9
X10 CrNi 18-8 oder alte Formel X12 CrNi 17 7
X1 CrNi 19-9
X2 CrNiN 18-7
gute Rostbeständigkeit, nur ausreichende Säurebeständigkeit, aber gute Schweißbeständigkeit
  A4 1.4401
1.4404
X5 CrNiMo 17-12-2
X2 CrNiMo 17-12-2
sehr hohe Rostbeständigkeit, sehr hohe Säurebeständigkeit, gut schweißfähig
martensitisch C1 1.4005
1.4006
1.4021
X12 CrS 13
X12 Cr 13
X20 Cr 13
mittlere Rostbeständigkeit, nur ungenügend säurebeständig und schweißbar
  C3 1.4057
1.4122
X17 CrNi 16-2
X39 CrMo 17-1
mittlere Rostbeständigkeit, nur ungenügend säurebeständig und schweißbar
  C4 1.4104 X14 CrMo S17 oder alte Formel X12 CrMo S17 mittlere Rostbeständigkeit, nur ungenügend säurebeständig und schweißbar



Wie Sie bereits sehen, sind die Edelstähle der Güteklassen A2 und A4 am besten für Edelstahlmaterial im Hand- und Heimwerkerbereich geeignet. Höchste Ansprüche an Säure- und Rostbeständigkeit erfüllen zum Beispiel Edelstahlseile aus V4A Edelstahl an.

 

Internationale Werkstoffnummern für Edelstähle


Wird Edelstahl international gehandelt, kommen weitere Klassifizierungssystem zum Einsatz. In den USA oder Kanada werden Stahlsorten zum Beispiel nach dem AISI-Standard eingestuft. Das Kürzel steht für „American Iron and Steel Institute“, dem Verband der nordamerikanischen Stahlindustrie. Nach dieser Klassifizierung würde Edelstahl mit der Werkstoffnummer 1.4401 der AISI 316 entsprechen.

Bei der industriellen Verarbeitung von Edelstählen kommt wiederum ein anderes System zum Einsatz, das UNS. Dieses Kürzel steht für „Numbering System of Metals and Alloys“. Jedes Metall erhält dabei eine spezifische Kombination aus einem Buchstaben und fünf Ziffern, wodurch eine eindeutige Zuordnung von Stählen und anderen Metallen gegeben ist. Gerade für die Fertigung sind diese genauen Bezeichnungen wichtig, da von der Materialgüte und -eigenschaften die Verwendungsmöglichkeiten des Stahls abhängig sind.


In der Praxis sind die internationalen Werkstoffnummern für Edelstahl für Verbraucher weniger relevant. Sie können sich überwiegend an den Kürzeln wie A2 und A4 sowie den gängigsten Werkstoffnummern 1.4301 oder 1.4401 bzw. 1.4404 orientieren.


Haben Sie noch weitere Fragen zur Kennzeichnung von Edelstählen oder Hinweise zu unseren Tabellen? Dann können Sie uns gerne kontaktieren!