Rundstahl - Herstellung und Verwendung

Rundstahl - wie wird er hergestellt und wofür kann man ihn verwenden?


Rundstahl ist das Ergebnis eines besonderen Produktionsprozesses. Der auch als Blankstahl bezeichnete Stahl zeichnet sich durch seine besondere Genauigkeit, die hohe Verarbeitungsqualität sowie die Oberflächenbeschaffenheit aus. Wir erklären Ihnen hier wie Rundstahl hergestellt wird und wofür Sie das Material verwenden können.

 

Aus der Schmelze in die Form


Allgemein wird in der Umformtechnik zwischen Rund- und Flachstahl unterschieden. Doch das Ausgangsmaterial ist für beide Produkte das gleiche. Denn zunächst wird im Stahlwerk Stahl geschmolzen. Dafür wird entweder Roheisen oder Stahlschrott bzw. eine Kombination aus beidem verwendet. Der so gewonnene Stahl oder Edelstahl wird dann in die gewünschte Form gegossen.

 
  • Flachstahl: Um Flachstahl, zum Beispiel Stahlplatten oder Stahlbleche herzustellen, wird die Ausgangsform erwärmt, bis die einzelnen Bestandteile des Stahls rekristallisieren, also beweglich werden. Mit einer Walze wird das Rohmaterial dann weiterverarbeitet. Dabei wird das Material „entzundert“. Dies bedeutet, dass Zunder, also Eisenoxid, von der Oberfläche des Stahls entfernt wird. Dadurch erhält der gewalzte Stahl eine glatte Oberfläche. Aufgrund der Erwärmung vor dem Verarbeiten wird auch von „Warmwalzen“ des Flachstahls gesprochen. Gewalzt werden darüber hinaus auch sogenannte „Langprodukte“ wie Schienen, Draht oder Stabstahl. Die Vorformen, auch „Vormaterial“ genannt, können gegossene Knüppel oder „Beam-Blanks“ sein. Sobald sich das Walzgut abgekühlt hat, wir es im Stahlwerk nachjustiert und geprüft, bevor es in den Versand geht.
 
  • Rundstahl (Blankstahl): Bei Rundstahl handelt es sich um eine Weiterentwicklung des warmgewalzten oder geschmiedeten Stabstahls. Er wird durch „Schälen“ oder „Ziehen“ gefertigt. Durch Schälen wird in der Regel Rundstahl mit größeren Querschnitten ab 14 Millimetern hergestellt. Ziehen ermöglicht unterschiedliche Querschnitte.

Doch was bedeutet Schälen? Beim Schälen handelt es sich um ein sogenanntes „spanendes“ Verfahren. Spanen bedeutet, dass überschüssiges Material von einem Werkstück mit Hilfe mechanischer Verfahren entfernt wird. Das klingt sehr abstrakt. Um sich das besser vorzustellen: Beim Zerspanen handelt es sich um eine Art Abhobeln des Metalls.
Das Ausgangsmaterial für den Rundstahl wird schließlich eingespannt und durch einen Schälkopf geführt. Danach ist die Oberfläche des Werkstücks blank (daher Blankstahl) und enthält keine Oberflächenfehler mehr.


Wird der Rundstahl gezogen, handelt es sich um eine sogenannte „spanlose Kaltumformung“. Hierfür wird das warmgewalzte Material so lange mit entsprechenden Maschinen gezogen, bis es das gewünschte Profil erhalten hat. Bei der Kaltumformung wird anders als beim Walzen unterhalb der Rekristallisationstemperatur gearbeitet. Dadurch wird der Rundstahl beim Ziehen kaltverfestigt, was dem Material zusätzliche Stabilität und Festigkeit verleiht. Unabhängig davon, ob der Rundstahl gezogen oder geschält wurde, wird er zum Schluss poliert oder abgeschliffen.


Rundstahl, wie Sie ihn hier im Shop bestellen können, wird nicht geschmiedet. Hingegen wird unser Edelstahl-Vollmaterial gezogen und die Oberfläche geschliffen.


 

Einsatzmöglichkeiten für Rundstahl


Rundstahl im Rohmaterial wird häufig im Automobilbau oder im Maschinenbau verwendet. So kann der besonders feste Edelstahl zum Beispiel zu Werkzeugen oder korrosionsbeständigen Bauteilen in Maschinen und Fahrzeugen verarbeitet werden.

Rundstahl mit größerem Durchmesser kommt im Baugewerbe zum Festigen von Fundamenten, Verschalungen oder Trägern zum Einsatz. Der große Vorteil besteht auch hier in der enormen Festigkeit und der Korrosionsbeständigkeit sowie Feuerresistenz des Materials.
Wird Rundstahl in Gebäuden eingesetzt, spielt seine Optik eine untergeordnete Rolle, da die Elemente in der Regel in Wänden, Decken oder in Brücken verbaut werden. Berühmtes Beispiel für die stabilisierende Wirkung von Rundstahl ist die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörende Brücke in Mostar. Die im Bosnien-Krieg zerstörte Brücke konnte mit Edelstahlverstärkungen wieder restauriert werden.

Im Eigenbau können Sie Edelstahl-Rundstahl zum Beispiel zur Herstellung von hochwertigen Grillrosten oder Erdnägel verwenden. Darüber hinaus bietet sich das Material an, um Fundamente für Gartengrills oder gemauerte Gartenhäuser damit zu verstärken. Versierte Heimwerker können aus Rundstahl eigenes Werkzeug oder individuelle Edelstahlschrauben bzw. -nägel herstellen.