Was ist Edelstahl?

Jeder von uns hat beinahe täglich mit Edelstahl zu tun. Spätestens, wenn wir kochen oder mit Besteck essen, halten wir ein Produkt aus legiertem, rostfreiem Stahl in der Hand. Doch so allgegenwärtig diese Stähle sind: Was genau ist Edelstahl eigentlich?
 

Edelstahl ist ein Sammelbegriff für nichtrostende Stähle

Bei Edelstahl handelt es sich um Stähle aus einer Gruppe mit mehr als 160 Stählen, die sich insbesondere durch die Eigenschaft „nichtrostend“ auszeichnen. Diese Eigenschaft erhalten die Stähle durch die Legierung. Bei der Stahlschmelze bzw. der Stahlproduktion werden weitere Elemente beigemengt, welche dem Edelstahl seine besonderen Leistungsmerkmale verleihen.
 

Wann ist der Stahl „edel“?

Edelstahl gehört zur Stahlgruppe der nichtrostenden Stähle. Dieses Merkmal erhält das Material während der Edelstahlherstellung. Dabei bildet sich eine Verbindung aus Chrom, die mit Sauerstoff regiert, auch Chromoxyd genannt. Diese oberste Schicht auf dem Stahl ist nur wenige tausendstel Millimeter dünn. Dafür kann diese Chromoxyd-Lage sich nach jeder mechanischen Beschädigung nahezu vollständig neu bilden. Durch ist der Stahl wie „imprägniert“ und kann nicht rosten.

Damit Edelstahl seine Widerstandsfähigkeit erhält, darf diese Schutzschicht nicht beschädigt werden. Mögliche Schäden können zum Beispiel durch Säuren, Chlor, Salzwasser oder Flugrost entstehen. Um gerade in Bereichen mit hoher Korrosionsgefahr dennoch mit Edelstahl arbeiten zu können, gibt es bestimmte Edelstahlsorten wie V4A, die sich durch eine höhere Korrosionsbeständigkeit auszeichnen.

Als „rostfrei“ darf Edelstahl erst bezeichnet werden, wenn der Chromgehalt mindestens 13 Prozent beträgt.
 

Edelstahl ist eine spezielle Legierung

Edelstahl wird auch „Chrom-Nickel-Stahl“ genannt, denn die Grundbestandteile von Edelstahl sind Eisen-Chrom und Nickel. Je nachdem, welche Eigenschaften der Edelstahl noch bieten soll, enthält die Legierung in größerer Konzentration Molybdän, Mangan, Vanadium oder andere Legierungselemente. 

Anhand der Hauptlegierungsbestandteile lässt sich Edelstahl u.a. in folgende Gruppen einteilen:
  • Chromstahl: Dieser einfache Edelstahl enthält mehr Chrom, wodurch der Stahl rostfrei wird. Er besitzt eine geringere Korrosionsbeständigkeit.
  • Chrom-Nickel-Stahl: Diese Stahllegierung zeichnet sich durch eine hohe Korrosionsbeständigkeit aus und wird zum Beispiel für Spülen oder Trommeln von Waschmaschinen eingesetzt.
  • Chrom-Mangan-Stahl: Dieser Edelstahl ist insbesondere für medizinische Geräte oder für Körperschmuck und Implantate geeignet. Das Material ist in hohem Maße korrosionsbeständig und gleichzeitig gut zu verarbeiten.


Es gibt nicht den einen Edelstahl

Wie schon erwähnt ist die Bezeichnung „Edelstahl“ zunächst einmal ein Oberbegriff für über 160 verschiedene Stahllegierungen. Eine mögliche Unterteilung der Edelstähle bieten die Edelstahl-Werkstoffnummern. Anhand dieser genauen Bezeichnungen können Verbraucher ebenso wie die Industrie nachvollziehen, in welchem Verhältnis der Stahl Legierungselemente wie Nickel, Chrom, Vanadium, Wolfram oder Molybdän enthält. Abhängig von diesen Elementen wiederum lassen sich die einzelnen Edelstahlarten anhand ihrer Eigenschaften klassifizieren.
 

Verbraucher sollten auf Warenzeichen und Werkstoffnummern achten

Um sicherzugehen, dass Sie wirklich Edelstahl kaufen, sollten Sie zunächst auf das Markenzeichen „Edelstahl rostfrei“ achten. Daneben bietet die Werkstoffnummer immer einen wichtigen Anhaltspunkt, um die Materialeigenschaften zu prüfen.

Gerne sind wir Ihnen beim Kauf Ihrer Edelstahlprodukte behilflich und können Sie zu Materialeigenschaften beraten!