Was ist Edelstahl?

Jeder von uns hat beinahe täglich mit Edelstahl zu tun. Spätestens, wenn wir kochen oder mit Besteck essen, halten wir ein Produkt aus legiertem, rostfreiem Stahl in der Hand. Doch so allgegenwärtig diese Stähle sind: Was genau ist Edelstahl eigentlich?
 

Edelstahl ist ein Sammelbegriff für nichtrostende Stähle


Edelstahl werden legierte Stähle genannt, die über einen besonderen Reinheitsgrad verfügen. Mehr als 160 verschiedene Stahlsorten weisen die Eigenschaft „nichtrostend“, „rostfrei“ oder „rostbeständig“ auf! Bei der Stahlschmelze während der Stahlproduktion werden Elemente wie Chrom, Nickel, Molybdän und Vanadium beigemengt, welche dem Edelstahl seine besonderen Leistungsmerkmale verleihen. Dabei steht Chrom für die Verbesserung der Korrosionsfähigkeit, Molybdän verstärkt diese Wirkung. Nickel macht den Stahl widerstandsfähiger gegen Säuren und Vanadium erhöht die Verarbeitungsfähigkeit des Materials. 
 

Wann wird aus Stahl Edelstahl?


Edelstahl gehört zur Gruppe der nichtrostenden Stähle. Dieses Merkmal erhält das Material während der Edelstahlherstellung. Dabei bildet sich eine Verbindung aus Chrom, die mit Sauerstoff reagiert und Passiv- oder Chromoxidschicht genannt wird. Diese oberste Schicht auf dem Stahl ist nur wenige tausendstel Millimeter dünn und schützt das Material vor Umwelteinflüssen. Die Passivsschicht bildet sich nach jeder mechanischen Beschädigung nahezu vollständig neu aus. Durch sie ist der Stahl „imprägniert“ und kann nicht rosten.
Extreme Umstände können dennoch dafür sorgen, das die Passivierungsschicht angegriffen wird. Mögliche Schäden entstehen durch Säuren, Chlor, Salzwasser oder Flugrost. In Bereichen mit hoher Korrosionsgefahr sollte daher mit V4A- Edelstahl gearbeitet werden, welches sich durch eine höhere Korrosionsbeständigkeit auszeichnet.

Edelstahl ist eine spezielle Legierung


Edelstahl wird auch „Chrom-Nickel-Stahl“ genannt, denn die Grundbestandteile von Edelstahl sind Eisen, Chrom und Nickel. Je nachdem, welche Eigenschaften der Edelstahl noch bieten soll, enthält die Legierung in größerer Konzentration Molybdän, Mangan, Vanadium oder andere Legierungselemente. Als „rostfrei“ darf Edelstahl erst bezeichnet werden, wenn der Chromgehalt mindestens 13 Prozent beträgt.

Anhand der Hauptlegierungsbestandteile und des Reinheitsgrads lässt sich Edelstahl in folgende 3 Hauptgruppen einteilen:

Chromstahl: 

Diese Legierung hat einen erhöhten Chromanteil, durch den die Korrosionsbeständigkeit verbessert wird. Messerklingen, Essbesteck und Kochgeschirr der unteren Preisklassen werden damit hergestellt. 

Chrom-Nickel-Stahl: 

Diese Stahllegierung zeichnet sich durch eine höhere Korrosionsbeständigkeit aus und wird bei der Produktion von Spülen und Trommeln von Waschmaschinen genutzt. Auch bei hochwertigem Essbesteck und Kochgeschirr kommt Chrom-Nickel-Stahl zum Einsatz.

Chrom-Mangan-Stahl: 

Dieser Edelstahl ist insbesondere für medizinische Geräte oder für Körperschmuck und Implantate geeignet. Das Material ist in höchstem Maße korrosionsbeständig und gleichzeitig gut zu verarbeiten.

Klassifizierung von Edelstahl

Eine genaue Unterteilung der verschiedenen Edelstähle bieten die Edelstahl-Werkstoffnummern. Anhand dieser Bezeichnungen können Verbraucher und Industrie nachvollziehen, in welchem Verhältnis der Stahl die verschiedenen Legierungselemente enthält. Abhängig von diesen Elementen lassen sich die einzelnen Edelstahlarten anhand ihrer Eigenschaften klassifizieren. Die Werkstoffnummer bietet neben dem Markenzeichen „Edelstahl rostfrei“ die beste Orientierung, welches Produkt aus welchem Edelstahl gefertigt ist.
 
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